Framerate (FPS) | Bildfrequenz

Um in die Grundlagen der Videografie verstehen zu können, müssen wir zunächst die ein oder andere Begrifflichkeit besprechen.
In diesem Beitrag soll es um die Framerate (FPS) gehen.

Die Bildfrequenz, oder auch Bildrate ist ein Begriff aus der Film- und Videotechnik. Diese beschreibt die Anzahl der Einzelbilder, die pro Sekunde aufgenommen oder wiedergegeben werden.
Diese werden meistens in FPS (engl.: Frames Per Second) angegeben.
Um ein flüssiges Bild für das menschliche Auge darzustellen, muss eine ausreichend hohe Bildfrequenz genutzt werden, um den Stroboskopeffekt zu nutzen, welcher dem Betrachter ermöglicht, eine Abfolge von Einzelbildern als kontinuierliche Bewegung wahrzunehmen.

Das menschliche Gehirn kann Bildfolgen ab einer Bildrate von etwa 14 bis 16 Bildern pro Sekunde (aufeinanderfolgende Bilder) als bewegte Bilder wahrnehmen. Allerdings ist es individuell bei jedem Menschen verschieden ab wann dieses als flüssig „Ruckelfrei“ dargestellt wird.

Bildwechselfrequenzen

Aktuelle Videoproduktionen nutzen Bildwechselfrequenzen mit 24 Hz (24FPS), oder auch 48 Hz (48FPS).

FormatBilder pro Sekunde (FPS)
PAL 25i (interlaced = zweimal 25 Halbbilder, also 50 Halbbilder)
NTSC 30i × 0,999 = 29,97i

Bei der Videowiedergabe wird die Eigenschaft des menschlichen Sehvermögens genutzt.
Ändern sich Bildinhalte und bleiben für Millisekunden bestehen, sodass sich vorheriger und neuer Bildinhalt überschneiden verschmilzt der übergang beider Bilder und wird somit als flüssiges Videomaterial vom Gehirn interpretiert.

Hierzu sollte die Bildrate (FPS) den Wert von ca. 30 Bildern pro Sekunde nicht unterschreiten, da es andernfalls als „ruckelig“ empfunden werden kann.

Allerdings ist nicht nur die Bildrate des Videomaterials ausschlaggebend für eine flüssige Wiedergabe auf Endgeräten wie z.B. Fernsehern & Monitoren.
Auch die Bildwiederholfrequenz des Wiedergabegerätes trägt entscheidend dazu bei. Diese hängt von der verwendeten Bildschirmtechnologie ab.

Im Optimalfall beträgt die Bildwiederholfrequenz ein ganzzahliges Vielfaches der wiedergegebenen Bildrate, da das Videomaterial ansonsten nicht ausreichend „ruckelfrei“ dargestellt werden kann.

  • Moderne Monitore (LCD): meist 50, 60, 120, 144 oder 240 Vollbilder/Sekunde (Hz)

Kameraeinstellungen

Um die volle Kontrolle über die Bildrate an Ihrer DSLR oder Mirrorless Kamera zu haben, sollten Sie sich Grundsätzlich im Manuellen Modus „M“ befinden.

Framerate

Bei den meisten Kameras können Sie zwischen 24 / 25 / 30 / 50 oder 60 FPS wählen.

  • 24 FPS sind in Deutschland die gängige Kino Framerate für den „Cinematic-Look.“ Lassen allerdings kaum Raum für Slow-Motion Wiedergaben in der Videonachbearbeitung (Post Produktion).
  • Bei 50 bzw. 60FPS haben Sie genügend Raum um selbst bei 50% verlangsamter Videowiedergabe, eine flüssige Zeitlupe (Slow-Motion) wiederzugeben. Dieses kann dadurch erreicht werden, dass selbst wenn Sie ein 50FPS Quellvideomaterial 50% langsamer darstellen, dass Video immer noch mit 25FPS (Bildern Pro Sekunde) flüssig & verlangsamt wiedergegeben.
  • Sollte die Kamera Ihnen die Möglichkeit bieten mit sogar 120FPS aufzunehmen, können Sie sogar flüssige Wiedergaben bis zu 80% verlangsamt wiedergeben. Dieses liegt daran das selbst bei 80% verlangsamungen noch immer 24 Bilder pro Sekunde Wiedergegeben werden.

Folgend können Sie ein Tutorial zur Anwendung von Slow-Motion/Zeitlupen effekten, für das kostenlose Videobearbeitungsprogramm Davinci Resolve von der Firma BlackMagicDesign finden:

Weiterführende Links:
Verschlusszeit | Shutter speed
Blende | Aperture Einstellungen

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